Unzureichende Maßnahmen?

Ingolstadt, 11.03.20

Die OB-Kandidaten der BGI und der Linken, Christian Lange und Christian Pauling sorgen sich um Ingolstädter Bevölkerung

Gemeinsam mit Christian Pauling hat sich der BGI-Fraktionsvorsitzende und OB-Kandidat Christian Lange heute an den Oberbürgermeister und den Ingolstädter Gesundheitsreferenten gewandt, um weitere Maßnahmen vorzuschlagen, die helfen können, die Ausbreitung des Corona-Virus in Ingolstadt einzudämmen. 

Genauso wie Christian Pauling beobachtet Christian Lange mit Sorge, dass in Ingolstadt die Menschen mit Virus-Erkrankungen derzeit häufig allein gelassen werden. Es sind immer noch keine verlässlichen, insbesondere schnellen Corona-Tests, in Ingolstadt möglich. Das ist unverständlich. Christian Lange sind persönlich inzwischen ein halbes Dutzend Fälle bekannt, dass Menschen aus dem Urlaub in Risikogebieten zurückgekommen sind oder mit Menschen aus Risikogebieten hier in der Region Kontakt hatten und diese noch nicht getestet wurden, obwohl sie inzwischen zum Teil Grippe- und Erkältungs-Symptome zeigen. In einem Fall hat der Hausarzt keinen Test durchgeführt, sondern an das Gesundheitsamt verwiesen, das wiederum entweder gar nicht erreichbar war oder an den Hausarzt zurückverwiesen hat. So etwas darf nicht passieren.

In einem dieser Fälle besucht ein Kind der Erkrankten immer noch die Schule, obwohl auch dieses Husten, Heiserkeit und Gliederschmerzen hat.

Das Robert Koch-Institut schreibt: „Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des ÖGD verfolgen das Ziel, einzelne Infektionen so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch so weit wie möglich zu verhindern.“  (Seite 7)

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ergaenzung_Pandemieplan_Covid.pdf?__blob=publicationFile

Dieses Ziel können wir in Ingolstadt zurzeit offenbar nicht erreichen.

 

Daher haben sich Christian Lange und Christian Pauling aus Sorge um die Gesundheit der Menschen in Ingolstadt mit folgendem Brief an den Oberbürgermeister und den Gesundheitsreferenten gewandt:

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrter Herr Dr. Ebner,
 
gemeinsam mit dem OB-Kandidaten der Partei Die Linke, Christian Pauling, bitte ich Sie folgende Vorschläge von uns bei der nächsten Sitzung des Koordinierungskreises „Corona“ vorzutragen und wir bitten darum, dass diese Vorschläge umgesetzt werden:
 
1. Die eingerichtete Koordinierungsrunde wird ab sofort als Krisenstab tätig sein, hierbei ist besonders die Sicherstellung einer permanenten Kommunikation über elektronische Medien (z.B. WhatsApp-Gruppe) zwischen allen Beteiligten erforderlich.

2. Es wird ab morgen zusätzlich ein Runder Tisch mit folgenden Teilnehmern eingerichtet: ärztlicher Kreisverband Ingolstadt-Eichstätt, Klinikum Ingolstadt und Gesundheitsamt. Ziel ist, an diesem Tisch möglichst viel medizinische Fachkompetenz zu bündeln, um für den Krisenstab medizinisch notwendige Einschätzungen und Bewertungen schnell zu erhalten.

3. Es wird – dem Beispiel Neuburg a.d.D. folgend – vom Ingolstädter Gesundheitsamt sofort eine Telefon-Hotline eingerichtet, die allen Ingolstädter Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht. Diese Telefon-Hotline kann durch ein Call-Center mit Studenten betrieben werden, die als Grundlage den Fragen- und Beratungskatalog des Forums „hausarztdigital.de“ heranziehen.

4. Das Gesundheitsamt wird damit beauftragt, einen Test aller Verdachtsfälle zu koordinieren.

5. Alle Ingolstädterinnen und Ingolstädter, die sich in den letzten vier Wochen in Italien oder anderen Risikogebieten weltweit aufgehalten haben, werden aufgefordert, sich nach Einrichtung der Telefon-Hotline innerhalb von 24 Stunden dort zu melden. Aufgrund ihrer Angaben werden sie ggf. als zu testender Fall nach den Kriterien des RKI (Robert Koch Institut) eingestuft und erhalten eine Kennnummer.

6. In den ehemaligen Flüchtlingsunterkünften gegenüber des Apian-Gymnasiums wird zudem ein Schnelltest-Zentrum eingerichtet, das so schnell wie möglich in Betrieb genommen wird. Dieses Zentrum wird mit medizinischem Personal und ausreichend Schutzkleidung ausgestattet und testet alle Verdachtsfälle, die von der Telefon-Hotline mit einer Kennnummer versehen wurden und zum Test aufgefordert wurden.

7. Sollten Corona-Verdachtsfälle in Schulen oder Kitas auftreten, werden sofort die gesamte Schule bzw. Kita (alle Gruppen) für mindesten 14 Tage geschlossen.
  
Mit freundlichen Grüßen
 
gez. Christian Lange               gez. Christian Pauling
 

 

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