Kein Freiraum für Architekten

Die CSU-Fraktion legt sich überraschend bereits vor Beginn des Realisierungswettbewerbs für die Kammerspiele auf einen Standort fest.

Der Fraktionsvorsitzende der BGI-Fraktion, Stadtrat Christian Lange, nimmt zu dieser Vorgehensweise in einer Pressemitteilung Stellung:

Ein offenes Haus für die Bürger, das mit Stadt und Donau in Dialog tritt – das ist die Vision für die neuen Kammerspiele und Werkstätten des Stadttheaters Ingolstadt. Ein großes Wettbewerbsgebiet mit 3,2 Hektar entlang der Schloßlände von der ehemaligen Donaukaserne über die Schutterstraße bis zum Rand des Parkplatzes Ost steht den Architekten für die Planungen dabei zur Verfügung. Doch schon bevor Ende August der Wettbewerb für die Kammerspiele überhaupt startet, hat sich die CSU-Stadtratsfraktion überraschenderweise bereits öffentlich auf die sogenannte Südvariante festgelegt. Dabei ist doch gerade die Findung des „besten Standorts“ im beschriebenen Wettbewerbsgebiet ein wichtiger Teil dieses Wettbewerbs.

Der BGI-Fraktionsvorsitzende Stadtrat Christian Lange versteht diese Vorfestlegung nicht und erklärt dazu: „Ich weiß nicht, warum die CSU-Fraktion sich jetzt schon auf einen Standort festlegt. Warum wartet sie nicht, bis alle Entwürfe der Architekten bekannt sind und das Preisgericht die Preisträger bestimmt hat? Als Sachpreisrichter nehme ich an diesem Wettbewerbsverfahren teil und kann nur spekulieren, dass durch diese öffentliche Bevorzugung eines bestimmten Standorts im Vorfeld des Wettbewerbs Einfluss auf die Architekturbüros ausgeübt werden soll.

Nach dieser Erklärung besteht nun aus meiner Sicht die Gefahr, dass sich teilnehmende Architekturbüros bei der Standortfrage zurückhalten und wir zu wenig mutige Ideen westlich der Schutterstraße und entlang der ehemaligen Donaukaserne auf den Tisch bekommen.

Gleichzeitig tritt die CSU-Fraktion mit ihrer Aussage auch die geplante Bürgerbeteiligung mit Füßen, indem sie mit der frühzeitigen Festlegung zeigt, dass sie die Meinung der Ingolstädter Bürgerschaft zu den verschiedenen Standortvorschlägen nicht interessiert.

Meine Hoffnung auf einen offenen, fairen Wettbewerb mit Chancen für innovative Ideen kreativer Architekten, bei dem auch die Ingolstädter Bürger beteiligt werden, ist leider schon wieder eingetrübt.“

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