Fastenpredigt zum Starkbierfest der BGI

Auch in diesem Jahr hielt Prof. Adam Weishaupt (alias Stadtrat Christian Lange) seine Fastenrede im Rahmen des Starkbierfests der BGI.

Inhaltlich drehte sie sich heuer rund um die Themen Digitalisierung und Sicherheit. Die vollständige Rede finden Sie hier:

Liebe Bürger dieser stolzen Stadt,

liebe Ingolstädter Studentinnen und Studenten,

liebe Freunde der Bürgergemeinschaft,

ich freue mich und es ist wirklich schön, dass Ihr alle heute zu meinem dritten Seminar hier im Gasthaus Daniel gekommen seid.

Dieses Seminar steht seit drei Jahren unter dem Titel „Kollegium Ingolstatt“.

Und damit ihr wisst, wer hier vor Euch steht: mein Name ist Professor Adam Weishaupt, geboren hier zu Ingolstadt am sechsten Tag des zweiten Monats im Jahre des Herrn 1748. Ich habe in dieser schönen Stadt einst studiert und mich beschäftigt mit den Wissenschaften des Rechtes und mit denen der Geschichte und der Philosophie.

Wir treffen uns alljährlich hier im Daniel, Ingolstadts ältestes Gasthaus – heuer nun schon zum dritten Mal, um auf das Schicksal dieser Stadt zu schauen. Die Hohe Schule in Sichtweite, wo wir uns als Erleuchtete einst für die Freiheit eingesetzt haben, um euch von Tyrannen und andere machtgeilen Herrschern zu befreien. Und deswegen habt Ihr heute in Eurer Generation das Glück, von Menschen – die Ihr Politiker nennt – regiert zu werden, die nur an Euch denken: Denen ist Euer Wohl und dass Ihr ein Dach über dem Kopf habt wichtiger, als das eigene Wohlergehen.

Ihr Glücklichen!

Also finden wir Freiheit, Ehre und echtes Arbeiten für das Wohl des Volkes im Rathaus? Doch nein: welch‘ ein Graus! Im Rathaus finden wir nur einen ... „Deppenhaufen“ – so meint man jedenfalls hört man Eurem 2. Bürgermeister zu. Aber: es war ein Versehen, er hatte gar nicht den Stadtrat gemeint. Dieser 2. Bürgermeister, der einst für die Finanzen zuständig war und der – weil er nur sparen konnte – nicht viel auf den Weg gebracht hat in den letzten Jahren für diese Stadt. Man könnte schon fast sagen, der sie an manchen Ecken und in manchen Gassen fast kaputtgespart hat.

Auch heute geht es mir darum, Euch, dem Volk, Gerechtigkeit und Aufklärung zu geben. Aus diesem Grunde stehe ich heute vor Euch und will Euch ermahnen und auch warnen ...

Es wird Zeit ... für was fragt Ihr?

Für eine neue Zeitrechnung in dieser Stadt –

Schaut Euch Euren OB, den Christian Lösel, an: Eine gewisse Fuchs Brigitte hatte ihn seinerzeit (2014) als er begann mit seiner Laufbahn – oder besser Rutschbahn – als Oberbürgermeister dieser Stadt eingekleidet. Ich habe das mit eigenen Augen gesehen.

Eingekleidet wurde er also von der Fuchs Brigitte.

Unterstützung holte er sich auf der Suche nach neuen Mitarbeitern auf Anraten seines Vorgängers bei Beratern aus München, die ihm einige neue Mitarbeiter vermittelten. Gut manche dieser Führungskräfte sind inzwischen schon wieder spurlos verschwunden, zum Beispiel hat sich einer doch sehr despektierlich über unseren ehemaligen Ministerpräsidenten geäußert und ihn als „scharf an der Debilität entlangschrammenden Pflaumenaugust“ bezeichnet. Eine gute Wahl war dieser Mann!

Eingekleidet von der Fuchs Brigitte und die Mitarbeiter von Beratern verschafft.

Sein engster Berater ist der 2. Bürgermeister Albert, Ingolstadts Sparbürgermeister jetzt allerdings Finanzbürgermeister a.D. und jetzt nur noch 2. Bürgermeister zbV - so bezeichnet die Bundeswehr Dienstpositionen für Soldaten, für die sonst keine andere Verwendung mehr gefunden wird, also so eine Art Dienststelle zur Vorbereitung auf die Pensionierung. Aber aufgepasst! Es gibt in dieser Stadt einige, die behaupten, dass dieser 2. Bürgermeister den Oberbürgermeister gar nicht berät, sondern ihn eher lenkt und leitet. Da ist dann auch schon mal die Rede vom Oberstbürgermeister. Militärisch im Dienstagrad immer höher als ein Ober... – egal ob Obergefreiter Oberfeldwebel oder Oberleutnant - der Oberst hat immer das Sagen. Also sticht der Oberstbürgermeister auch den Oberbürgermeister.

Eingekleidet von der Fuchs Brigitte, die Mitarbeiter von Beratern verschafft und gelenkt von einem Oberstbürgermeister.

Aber das war es noch nicht: es geht schon noch weiter.

Die Mia-san-mia-Fraktion im Ingolstädter Stadtrat lässt ihn inzwischen teilweise im Stich und die erste Dame hat sich aus dem Staub gemacht, die Soffner Dorothea. Nun sucht er sich seine Parteifreunde auch schon in anderen Fraktionen und soll angeblich mit dem FW-Fraktionsvorsitzenden im Fitnesstudio unterwegs sein und in der Sauna die Tagesordnung des Stadtrates rauf und runter debattieren – wird in der Stadt erzählt.

Dazu fällt mir ein netter Reim ein:

Das erklärt so manchen Beschluss: es war vom Springl der berauschende Saunaaufguss.

Eingekleidet von der Fuchs Brigitte, die Mitarbeiter von Beratern verschafft, gelenkt von einem Oberstbürgermeister und vom Springl in der Sauna mit einem berauschenden Aufguss bedacht.

Euer armer Oberbürgermeister.

Überhaupt mit dem Springl hat ja der OB einen wahren Parteifreund gefunden. Endlich jemand der für ihn die Drecksarbeit macht. Der hat sogar die 150 Jahre alten Mauerreste auf der Eselbastei wegbeantragt. Genauso wie er letzte Woche schon den Anbau am Dalwigk zu einem Hochhaus hochbeantragen wollte. Mit solchen „Spontan“-Anträgen da macht der Springl immer wieder von sich reden im Stadtrat. Überhaupt macht er mit seinem Reden und seinen Reden von sich reden. Denken wir doch nur mal an die legendäre Haushaltsrede mit den apokalyptischen Reitern – da hat der Springl die Fraktionschefs der Opposition mit den Apokalyptischen Reitern verglichen und Euren BGI-Chef „Lange“ gleich zum Anführer dieser Reiter gemacht. Ohne zu bedenken, was das eigentlich bedeutet und viele vermuten noch heute, dass ihm ein Ghostwriter vor einem Jahr geholfen hatte – ich zitiere dazu mal aus Eurer Tageszeitung:

„FW-Stadtrat Markus Reichhart war es wohl nicht, der mit der Bibel in der Hand gegen die Bürgergemeinschaft zu Felde zog. Er hat Christian Lange letzthin in einer Pressemitteilung als "Totengräber der Demokratie" bezeichnet. Das geht zwar schon Richtung Jenseits, entspringt aber noch einem klassischen Beleidigungsmuster. Da ist Springls Kavallerie aus der Offenbarung des Johannes echt origineller.

Oder ist alles nur ein großes Missverständnis? Vermutlich. Denn wenn man fragt, wer der "geistige Führer der apokalyptischen Reiter" eigentlich ist, schaut die Sache ganz anders aus. Theologisch gesehen ist das nämlich - Gott. Ja! Auch der Jüngste Tag wird dem Plan unseres Schöpfers folgen. Springl vergleicht Lange also mit Gott! Wer hätte das gedacht?“

Vielen Dank an den Redakteur für diese Zeilen.

Apropos Apokalypse: zurück zum Stadtrat von Ingolstadt. Erst heute konntet Ihr in der Zeitung lesen, dass auch der neue Stachel im Stadtrat vor zwei Tagen meinte, dass dort – im Stadtrat – die Redekultur anstrengend geworden sei.

Neue Stachel stechen gut? Ich glaube nicht. Hinter ihm hing ein riesiges Plakat mit dem Spruch „Frischer Wind für Bayern“. Gut, für Bayern vielleicht, aber in Ingolstadt sind die FW doch eher das Vakuum des Stadtrats – leer und hohl und auf Befehle aus der CSU-Zentrale angewiesen. Ja, die Zeiten in dieser Stadt sind rauer geworden und oft pfeift ein kalter Wind durch die Gassen Ingolstadts. Eine Kollegin der Rechtswissenschaften von eben diesen FW meinte kürzlich: Politik sei nichts für Warmduscher. Da hat sie Recht! Und auf einen groben Klotz gehöre ein grober Keil - wie wahr. Also soll doch bitte der Stachel aufhören zu jammern und sich nochmal die Worte seiner Vereinsfreundin zu Gemüte führen.

Zurück zum Spar-Oberstbürgermeister, der vielleicht durch sein penetrantes Sparen demnächst ganze Gebäude zum Einsturz bringt, denn schon manche Bezirkssportanlage oder Schultoilette wartet seit Jahrzehnten darauf, dass ihr dieser 2. Bürgermeister wenigsten einen Notpfennig zur Instandsetzung zugesteht.

Marode Gebäude – selbst das technische Rathaus fällt zusammen – doch halt: dieses Rathaus gehört zum Glück der Stiftung Heilig-Geist-Spital!

Übrigens: „Die rechtsfähige, örtliche Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Ingolstadt wurde im Jahre 1319 von Ludwig dem Bayern errichtet. Verwalten und vertreten wird sie durch die Stadt Ingolstadt“, heißt es im am Dienstag zu beschließenden Jahresabschluss. Nächstes Jahr ist also 700. Geburtstag dieser Stiftung!

Aus dem Spital-Altenheim hat man vor vielen Jahrzehnten das technische Rathaus gemacht – reiner Zufall ist es, dass zu dieser Zeit schon die CSU in Ingolstadt die Macht übernommen hatte. Ein Gerüst steht seit Ende 2016 schon um dieses Technische Rathaus und wird noch lange da stehen, was man so hört.

Da ist der 2. Bürgermeister aber froh, dass solch eine Ruine nicht die Kassen der Stadt belastet. Doch diese Stiftung braucht nun viel Sorge und Betreuung. Also Ihr Stadträte (Jürgen Siebicke im Stiftungsrat) aufgepasst, Ludwig der Bayer jagt Euch aus der Stadt, wenn es Euch nicht gelingt, die Stiftung wieder auf gesunde Beine zu stellen.

Manchmal bemerkt man, dass auch die Luft in dieser Stadt nicht mehr die beste ist – Ingolstadt wird von Stickoxiden, Feinstaub und Kohlendioxid wahrlich heimgesucht. Aber jetzt hat die Stadt sich Unterstützung bei der Polizei gesucht und es wurde mit hoheitlicher Gewalt dem ganzen Dreck in der Luft unserer Stadt der Kampf angesagt und der Luftverunreinigung ein Ende gesetzt: Mit einer Razzia! Ja, Ihr versteht mich schon richtig, es wurde alles durchsucht und beschlagnahmt was diese Luftverpestung verursacht.

Stimmt, es fahren immer noch einige Dieselfahrzeuge in dieser Stadt herum, aber darum ging es auch gar nicht. Das viel größere Übel in Ingolstadt wurde endlich beseitigt: vor einigen Tagen hat man den Shisha-Bars die Wasserpfeifen weggenommen! Endlich! Seitdem stinkt es in der Stadt nur noch nach Benzin.

Böse Zungen behaupten, dass sich die Shisha-Bars nur schnell vier Ringe über den Bareingang hätten hängen müssen, dann würden die Wasserpfeifen heute noch qualmen. Aber das glaube ich nicht ...

Ja die Natur in unserer Stadt: Jetzt warte ich nur noch darauf, dass die Idee eines Nationalparks Donauen wieder beerdigt wird, bevor sie richtig geboren wurde. Dabei kämpft doch die BGI-Stadträtin Ulrike Hodek seit Jahren für Umwelt, Natur und Fairtrade. Kompliment!

Aber auch für Ulrike Hodek eine Warnung, denn auch so ein Nationalpark Donauauen birgt viele Gefahren:

Eine Ingolstädter GmbH-Gründung ist für Naturschutzgebiete zurzeit die größte Gefahr! Denn gewinnorientierte Naturschutzpolitik wird nie funktionieren!

Oder auch Wölfe zum Beispiel – Gevatter Wolf oder auch „Isegrim“ genannt. Wenn die Grünen wüssten, dass vom Fuchs über das Schaf bis zur Ente und dem Hasen alles vom Wolf gefressen wird, dann überlegten sie sich das vielleicht nochmal mit dem Nationalpark. Am Ende treibt dort nur noch der Wolf sein Unwesen im Gerolfinger Eichenwald.

Und Gerolfing leidet doch sowieso schon so arg! War doch bis vor drei Tagen Gerolfing noch der Nabel der Welt – zugegeben ein bisschen übertrieben – zumindest war es der Nabel Bayerns, denn schließlich wohnte dort bis vor drei Tagen der Bayerische Ministerpräsident. Und jetzt? Jetzt wohnt dort der Bundesinnenminister. Klingt wirklich nicht mehr so prickelnd. Deswegen hat Horst Seehofer dieses Ministerium gleich mal umbenannt in Bundesministerium des Inneren, Bau und Heimat. Heimat! In der Bundespressekonferenz meinte er erst gestern: „Ich habe das Heimatmuseum in Bayern gegründet!“ Das war natürlich ein Versprecher und er meinte das Heimatministerium.

Endlich gibt es also auch in Berlin ein Heimatministerium wie in Bayern – also besser wie in Franken. Denn der frühere bayerische Heimatminister Söder hat dieses Ministerium nach Nürnberg geholt – freilich für viele Franken ein richtiger und wichtiger Schritt. Aber für all die Altbayern – wollen die Oberbayern ein Heimatministerium in Franken? Bestimmt nicht. Dann schon lieber den Wolf in den Donauauen.

Wenigstens geht von diesem ehemaligen bayerischen Heimatminister und jetzigem Bay. Ministerpräsidenten keine Gefahr mehr aus, denn der hat jetzt sein Ziel endlich erreicht: er ist Ministerpräsident. Markus Söder unser neuer Bay. Ministerpräsident, die Mama Bavaria hat am Nockherberg mal über ihn gesagt: „Dem Söder hams als Buben g’sagt “Du, dein Hintern brennt.” – Er hat nie nachgeschaut, aber seitdem rennt er.”

Dem geht’s wie unserem Kulturreferenten, dem Engert Gabriel: dem haben sie in Würzburg während des Studiums offensichtlich dasselbe gesagt: „Du dein Hintern brennt“. Der rennt sogar im Sitzen noch: manchmal redet der so schnell, da kommt keiner mehr hinterher.

Wie lange der Söder jetzt Ministerpräsident bleiben wird, werden wir im Oktober wissen. Vermutlich nur ein paar Monate, denn länger halten Franken als bayerische Ministerpräsidenten nicht durch. Der Beckstein war es ja auch nur ein Jahr und 18 Tage. So wird der Söder es auch nur auf acht Monate und vielleicht ein bisschen mehr bringen und dann ist bestimmt erst mal wieder Schluss mit Franken regieren Bayern. Für viele Altbayern ist ein fränkischer Ministerpräsident Bayerns ja fast so schlimm, als wenn ein evangelischer Preuße Bischof in Eichstätt würde. Oder so ähnlich ...

Oder stellt Euch vor ein Preuße würde Oberbürgermeister in Ingolstadt – da würde der 2. Bürgermeister, also Euer Oberstbürgermeister, sofort wieder die Ingolstädter Kavallerie ins Leben rufen. Er würde die Stadttore schließen lassen und das Feldkirchener Tor gar nicht erst öffnen lassen. Er würde rund um das Rathaus mit Kanonen und Steinschleudern die heiligen Hallen des Rathauses verbarrikadieren – und bis auf den letzten Blutstropfen seiner Truppen jedem den Zutritt verweigern. Leider weiß er nur noch nicht, dass für diesen Fall auf dem Dachsberg in Friedrichshofen - kurz vor den Stadttoren  - die Truppen des Stadtrats Georg M. Niedermeier in Stellung gehen werden und vermutlich den Schweden oder den Preußen zu Hilfe eilen. 

Das Feldkirchener Tor – eines der Lieblingsthemen Eures Oberbürgermeisters – auf die Öffnung dieses Tores freut er sich schon seit Jahren – fast so sehr wie auf die hundert Türme, die er bald die Stadtmauer entlang bauen lässt. Endlich also ein geschichtsträchtiges Ereignis in Ingolstadt. Ein Tor, welches Jahrhunderte geschlossen war, wird wieder geöffnet. Ich bin mir sicher, dass das Feldkirchener Tor von späteren Generation irgendwann einmal das „Christian-Lösel-Tor“ genannt wird, weil es Jahrhunderte dauerte bis es endlich geöffnet wurde und weil es hochkorrekt geöffnet wurde und vor allen Dingen weil es eine reine Chefsache war. Er selbst – Euer Oberbürgermeister – hat es mit seinen eigenen Händen geöffnet. Manchmal sieht man den OB nächtens im Schlossgraben mit einem kleinen Klappspaten der Pioniere, den er sich beim 2. Bürgermeister ausgeliehen hat. Und dann schaufelt er weiter an seinem neuen Weg durch das Feldkirchener Tor – weil ihm das alles viel zu lange dauert.

Jeder von uns öffnet Türen und Tore jeden Tag, sonst würden wir ja alle permanent auf der Straße rumstehen. Aber bei ihm, bei Eurem Oberbürgermeister, ist das Öffnen von Toren Chefsache – und das ist gut so!

Wenigstens kann man dann in einigen Jahrzehnten direkt von der modernisierten Fußgängerzone durch das Christian-Lösel-Tor direkt über den shared space namens „Renate-Preßlein-Lehle-Boulevard“ auf den „König-Ludwig-Platz“ vor dem Digitalen Gründerzentrum flanieren. Mehr sage ich heute nicht zur Digitalisierung, denn wenn in Ingolstadt das Digitalisierungs-Gründerzentrum am König-Ludwig-Platz liegen soll, dann ist das ungefähr so, als wenn die Geburtsstation eines Krankenhauses direkt neben dem Zentralfriedhof errichtet werden würde.

Übrigens wird die östliche Fußgängerzone in einigen Jahrzehnten nicht mehr „Ludwigstraße“ heißen, sondern „Tom-Deiser-Gedächtnis-Einkaufsstraße“, damit sich die vielen hunderttausende Einwohner von Ingolstadt daran erinnern, dass es in dieser Straße einmal Einzelhandel gab, der von IN-City abgeschafft wurde. Nun gut an 1-Euro-Läden wird es dieser Straße auch in Zukunft nicht mangeln – im Gegenteil es werden immer mehr. Das ist das neue einzigartige (!) Einkaufsgefühl in Ingolstadt: raus aus dem Luxus eines 4-Sterne-Superior-Hotels und rein in das Einkaufsvergnügen für Hartz-IV-Empfänger. In dieser Straße wird somit garantiert Deutschlands höchste Frequenz herrschen, denn hier treffen hunderttausende Einwohner auf hunderttausende Gäste eines Kongresshotels, die auf der Suche nach Grenztoderfahrung in einer fast toten Innenstadt sind. Und das jeden Tag! Innenstadtbelebung auf Ingolstädterisch.

Und so komme ich zum Schluss:

Die Mächtigen der Stadt verewigen sich über Bauten, Ideen und Straßen in dieser Stadt selbst – und da frage ich mich schon, was hat das mit Demokratie zu tun.

Heißt doch Demokratie, dass das Volk herrscht und die Macht hat und nicht einige wenige Menschen, die glauben alles besser zu wissen und das dann „repräsentative Demokratie“ nennen.

Wir alle müssen immer wieder ein Wort für jeden / alle Menschen in dieser Stadt sprechen und wir müssen uns gegen Mauscheleien, Machtmissbrauch und Vetternwirtschaft wenden und diese anprangern. Schauen wir den Räten und Bürgermeistern in dieser Stadt auf die Finger, prüfen sie und nehmen sie in die Pflicht!

Verzagt nicht weiter daran zu denken, dass es Eure Stadt ist, in der ihr lebt. Traut Euch diese Stadt zu verändern und mitzugestalten. Hinterfragt Dinge, die euch nicht gefallen – auch wenn Fragen in dieser Stadt bei den Herrschenden nicht so beliebt sind - und haltet den Herrschern in dieser Stadt die Spiegel vor und lasst sie nicht gewähren. Traut Euch, es ist Eure Stadt!

Seid mutig!

Zum Mut möchte ich Euch ganz zum Schluss noch einen schönen Spruch – ein weises Zitat einer Sängerin mit auf den Weg geben: es stammt von Joan Baez (77), eine amerikanische Sängerin und Bürgerrechtlerin. Sie soll einmal gesagt haben:

"Mut heißt nicht, dass du keine Angst hast. Sondern, dass du Angst hast und es trotzdem machst.“

 Vielen Dank, liebe Ingolstädter, für Eure Aufmerksamkeit und ich wünsche Euch auch für die nächsten Jahre viel Mut!

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